Autor: Cushla Sherlock
Veröffentlicht: 7. Juni 2012
Spectraseis

Gas geben

Spectraseis bietet mit ihrem technischen Verfahren wichtige Daten für die Öl- und Gasindustrie. Die Firma ist zum Technologieführer bei der Erfassung, der Überwachung und der Analyse von mikroseismischen Brüchen avanciert.

In einem umgebauten Lagerhaus am Rande des bekannten Zürcher Technoparks arbeitet das Team von Spectraseis intensiv daran, das Betätigungsfeld der Öl- und Gasindustrie zu erweitern. Dank der Erforschung und Entwicklung eigener Technologien ist das Spectraseis-Team mittlerweile zum Technologieführer geworden beim mikroseismischen Fracture Imaging im Dienste der grossen Branchenplayer, bei der Stimulationsevaluierung und der seismischen Überwachung. "Sowohl internationale als auch nationale Branchenriesen der Öl- und Gasindustrie erkennen, dass es immer schwieriger wird, zuverlässige Entscheidungen zu treffen", sagt Martin Wagen, einer der Gründer von Spectraseis. "Die mit hohen Kosten verbundenen Entscheidungen der Öl- und Gasunternehmen basieren immer noch auf beschränkten, häufig ungenauen Untergrundinformationen. Mit unseren hoch innovativen Entwicklungen auf den Gebieten der passiven seismischen Oberflächen- und Bohrlochüberwachung sowie der Datenverarbeitungs- und Bildgebungsverfahren können wir bereits heute zu Veränderungen beitragen."

Innovation auf der Basis traditioneller Verfahren

In einem umgebauten Lagerhaus am Rande des bekannten Zürcher Technoparks arbeitet das Team von Spectraseis intensiv daran, das Betätigungsfeld der Öl- und Gasindustrie zu erweitern. Dank der Erforschung und Entwicklung eigener Technologien ist das Spectraseis-Team mittlerweile zum Technologieführer geworden beim mikroseismischen Fracture Imaging im Dienste der grossen Branchenplayer, bei der Stimulationsevaluierung und der seismischen Überwachung. "Sowohl internationale als auch nationale Branchenriesen der Öl- und Gasindustrie erkennen, dass es immer schwieriger wird, zuverlässige Entscheidungen zu treffen", sagt Martin Wagen, einer der Gründer von Spectraseis. "Die mit hohen Kosten verbundenen Entscheidungen der Öl- und Gasunternehmen basieren immer noch auf beschränkten, häufig ungenauen Untergrundinformationen. Mit unseren hoch innovativen Entwicklungen auf den Gebieten der passiven seismischen Oberflächen- und Bohrlochüberwachung sowie der Datenverarbeitungs- und Bildgebungsverfahren können wir bereits heute zu Veränderungen beitragen."

Skepsis ausräumen

Trotz der Vorteile ist der Zugang zu den Akteuren in der Öl- und Gasindustrie aufgrund alter Branchengewohnheiten schwierig. Das Team von Spectraseis konnte aber die tief sitzende Skepsis ausräumen, die Wissenschafter und Forscher mehrerer internationaler Unternehmen bezüglich der Wirksamkeit hegten, und konnte schlüssige wissenschaftliche und und die Wirtschaftlichkeit betreffende Ergebnisse vorlegen. Auf diese Weise gelang es ihnen, das Vertrauen mehrerer der kritischsten Techno logieführer der Branche zu gewinnen. Nach dem bedeutsamen Wandel von einer F&?E-orientierten Organisation zu einem gewerblichen Dienstleister arbeitet Spectraseis heute für einige der grössten Öl- und Gasunternehmen der Welt. Zum Kundenkreis zählen Shell, Petronas, Chevron, Pemex, Petrobras und Statoil. Aufgrund der mehr als 70 Patente und der hoch komplexen Technologien sind die Einstiegsbarrieren für potenzielle Mitbewerber hoch. Basierend auf dem einzigen Drei-Komponenten-Breitband-Nodal-Array der Branche, sorgt die Technologie für eine deutlich bessere Umweltbilanz der Öl- und Gasindustrie. Während bei herkömmlichen Einsätzen Dutzende LKWs und Hunderte Mitarbeitende vor Ort sein mussten, sind mit der neuen Technologie nur noch einige wenige Fahrzeuge und ein Team von 20 Personen erforderlich. "Mit unseren neuartigen seismischen Überwachungsdienstleistungen arbeiten wir innovativ, um Fracturing zu einem sicheren und für die Öffentlichkeit akzeptablen Verfahren zu machen", erklärt Wagen.

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Eine eindeutige Marktlücke

Es war nicht nur schwierig, potenzielle Kunden von der Theorie zu überzeugen. "Angefangen haben wir als typisches Start-up-Unternehmen, das heisst, wir mussten unsere Freunde und Familien überzeugen, Geld in unsere Geschäftsidee zu investieren", erinnert sich Wagen, wenn er an die Anfänge des Unternehmens im Jahr 2003 zurückdenkt. Nachdem das unbestreitbare Marktpotenzial erkannt und einiges an Überzeugungsarbeit geleistet worden war, um die Start-up-Kosten zu decken, kündigten Wagen und seine Freunde Ross Newman und Kent Johnson ihre Stellen und wagten den Sprung ins kalte Wasser. Wie bei den meisten Start-up-Unternehmen galt es, manche Hindernisse zu überwinden und Lernprozesse zu durchlaufen. "Wir mussten das richtige Team zusammenstellen, eine fokussierte Strategie entwickeln und realistische Ziele anstreben. Wir sind ein paar Umwege gegangen, aber jetzt scheinen wir auf dem richtigen Weg zu sein", ist sich Wagen sicher. Nach acht Jahren gilt das Unternehmen mit seinen 55 Mitarbeitenden zwar nicht mehr als Start-up-Unternehmen, es verfolgt aber weiterhin das gleiche Geschäftsmodell wie am ersten Tag seiner Gründung.

Expansion auf dem Weltmarkt

Um der steigenden Nachfrage seiner Kunden nach der Exploration unkonventioneller Lagerstätten gerecht zu werden, organisierte Spectraseis seine Prozesse neu und vergrösserte Anfang 2011 seine Marktreichweite. Während der Hauptsitz weiterhin in Zürich bleibt, wo das Unternehmen eine Partnerschaft mit der örtlichen Hochschule pflegt, wurde der überwiegende Teil der operativen Ressourcen an Standorte verlegt, die ein grösseres Potenzial bieten. In Denver, Calgary und Houston wurden die jüngsten Niederlassungen eröffnet, in denen nun ein Grossteil des Personals arbeitet. Saudi-Arabien ist als weiterer Standort geplant. "Die Zeiten ändern sich. Früher waren die USA ein grosser Öl- und Gasimporteur, doch heute gibt es enorme Chancen in den USA, das sich langsam zum Gasexporteur entwickelt", erläutert Wagen.

Alle im Unternehmen sind Teamplayer

"Unser Erfolg ist dem Team als Ganzes zuzuschreiben. Wir sind gesegnet mit einer Reihe brillanter Mitarbeitender, obwohl einige von ihnen schon ein bisschen speziell sind", meint Wagen lachend. "Wir arbeiten in einer sich nur langsam weiterentwickelnden Branche, die jede Menge Zeit und Geduld erfordert, bevor wirkliche Fortschritte sichtbar werden. Und trotz der Tatsache, dass es aus diesem Grund häufig schwierig ist, motiviert und fokussiert zu bleiben, leisten unsere Mitarbeitenden eine hervorragende Arbeit." Geradezu symbolisch bahnt sich eine Kletterpflanze unerschrocken inmitten der Computer, die Endlospapier mit EKG gleichenden Linienbewegungen produzieren, in den Räumlichkeiten von Spectraseis in Zürich ihren Weg der Wand entlang hoch. "Bei so vielen technischen Herausforderungen brauchten wir einen hellen Raum, der kreativitätsfördernd ist", erläutert Wagen die Büroeinrichtung.