Autor: Julia Hancock
Veröffentlicht: 17. Juli 2012
Eulitha

Die Beleuchtung der Zukunft

Eine neue Technologie könnte zu einem Wandel bei der Herstellung von LED-Leuchten führen. Eulitha war bei dieser Entwicklung federführend.

Die grünen Hügel des landwirtschaftlich geprägten Nordostens der Schweiz lassen kaum darauf schliessen, dass der Kanton Aargau auch die Heimat des hochmodernen Nanotechnologie-Unternehmens Eulitha ist. Dieses kleine Start-up-Unternehmen ist Vorreiter und führend bei der Herstellung hochwertiger Nanostrukturen, die die Materie auf Atom- oder Molekularebene manipulieren.

Diesem Erfolg liegt eine Idee zugrunde, die Harun Solak, dem CEO von Eulitha, während der Mussestunden eines Transatlantikflugs kam. Seine einzigartige Idee betrifft die Herstellung von LED-Leuchten (Leuchtdioden bestehend aus einem Halbleiter), die nicht nur effizienter, sondern auch leistungsstärker als herkömmliche LED-Leuchten sind – und dies bei niedrigeren Kosten. Erreicht wird dies durch Solaks simple Idee, winzige Löcher – wesentlich kleiner als im gewöhnlichen Herstellungsverfahren – in die Oberfläche der LED-Leuchten einzubringen. Dadurch kann mehr Licht emittiert werden, wodurch der Energieverbrauch sinkt.

Eine vielversprechende Zukunft

Die LED-Technologie ist ein florierender Markt, der sehr attraktive Geschäftschancen bietet. Leuchtdioden verfügen im Vergleich zu traditionellen Glühbirnen über zahlreiche Vorteile, da sie kleiner sind, weniger Energie verbrauchen und länger halten. "LEDs werden künftig weltweit die bevorzugte Lichttechnologie sein", so Jens Gobrecht, Mitglied des Verwaltungsrats und Mitbegründer von Eulitha. Die Hersteller sind daher darauf erpicht, eine neue Technologie zu erwerben und zu übernehmen, die die Effizienz steigert und die Kosten senkt.

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Spitzentechnologie

Für die Umsetzung von Solaks Idee war modernste Technologie erforderlich. Basierend auf der Technik, die aus einem erfolgreichen Projekt des Paul Scherrer Instituts stammt – des grössten Forschungszentrums für Natur- und Ingenieurwissenschaften der Schweiz –, gelang es Eulitha in ihren hoch spezialisierten Labors, einen Mechanismus zu entwickeln, der es Firmen ermöglicht, diese winzigen Löcher bei der industriellen Herstellung von LED-Leuchten zu erzeugen.

Nach einer rund sechsjährigen Entwicklungsphase stellte Eulitha 2010 die revolutionäre Phable-Technologie vor. Phable ermöglichte erstmalig ein kosten­günstigeres System für die Herstellung photonischer Nanostrukturen (die Erzeugung kleiner Löcher) auf grösseren ­Flächen, die für die Herstellung energiesparender LEDs, Solarzellen und LCD-Displays verwendet werden. Dies wird mittels der ultravioletten Fotolithografie-Technik erreicht, ein System, das auf der Idee der Negativabzüge basiert, die vor der Erfindung von Digitalkameras in der Fotografie verwendet wurden. "Unser einzigartiges Angebot für die Industrie besteht darin, die für die LED­Herstellung benötigten Wafer sowohl effizienter als auch kostengünstiger herzustellen", erläutert Solak. Die Erfindung von Eulitha ist zudem mit den Standardindustriemaschinen kompatibel, was bedeutet, dass LED-Hersteller ihre bestehenden Maschinen lediglich anpassen müssen.

2012 legte Eulitha den Grundstein für eine Zusammenarbeit mit EVG, dem in Österreich ansässigen Technologie- und Marktführer für Wafer-Prozessanlagen. "Diese Kooperation mit EVG verschafft uns ein weltweites Verkaufs- und Vertriebsnetz und somit Zugang zum weltweiten LED-Markt", ist sich Solak sicher.